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Orientierung mit dem Höhenmesser

In den Bergen kann der Höhenmesser wichtiger werden als der Kompass.

1. Ähnliche Einzelpunkte unterscheiden. Geländepunkte, die nach Form, Ausrichtung und Umgebung nicht eindeutig bestimmt werden können - Gipfel, Seen oder Hütten zum Beispiel -, lassen sich häufig nach ihrer Höhe über dem Meeresspiegel identifizieren.

2. Höhenlinie und Richtung. Wer an einem Hang mit den Höhenmesser ermittelt hat, welche Höhenlinie sein Standlinie ist, braucht nur noch mit dem Kompass die Richtung zu einem andern sichtbaren und in der Karte dargestellten Punkt zu bestimmen (Rinne, Bach, Lichtung, Hütte am Gegenhang, höchster Punkt des nächsten Berges), um - im Schnittpunkt von Standlinie und Peilrichtung - fast punktgenau seinen Standort festzustellen

3. Geneigte Standlinie und Höhe. Auf einer deutlich geneigten und in der Karte dargestellten Standlinie (Pfad, Bach, Waldrand, Waldgrenze, Rinne, Rippe, Schneise, Renzaun, Fernleitung) kann man seinen Standort sogar ohne Kompass und ohne Fernsicht bestimmen, also selbst nachts und bei Nebel, Regen oder Schneetreiben. Dazu stellt man mit dem Höhenmesser fest, auf welcher Höhenlinie oder zwischen welchen Höhenlinien man steht. Der Standort liegt dann im Schnittpunkt von Standlinie und Höhenlinie.

4. Richtung einer Höhenlinie (Tangente).
Im Gelände mit dem Kompass die Richtung der Falllinie messen
• die Einstellung um 90° vergrößern oder verkleinern
            (ggf. auch noch die Missweisung ausgleichen)
Auf der Karte den Kompass eingenordet mit der Anlegekante an die Höhenlinie anlegen
Standort ist die Stelle, wo die Anlegekante die Höhenlinie berührt.

5. Gleichmäßige Steigung einhalten. Wer einen Anstieg so planen will, dass die Steigung möglichst gleichmäßig ist, muss die Wegstrecken zwischen zwei Höhenlinien gleich lang halten (Zirkelschläge!), wird also einen Zickzack- oder Spiralkurs wählen müssen. Nach der Karte entscheidet man dabei, welche neue Richtung einzuschlagen ist, und nach dem Höhenmesser, wann der Zeitpunkt dazu gekommen ist.

6. Höhe einhalten. Wer sich bei der Wahl zwischen "Kraft oder Weg" dafür entschieden hat, den - wahrscheinlich längeren, aber kräftesparenden - Kurs längs einer Höhenlinie zu wählen, neigt ohne Hilfsmittel stets dazu, am Hang nach oben abzuweichen. Mit der laufenden Kontrolle durch den Höhenmesser hält man die gewünschte Höhe zuverlässiger ein.

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Dabei sollte man mit einer Messgenauigkeit von ± 10 Metern rechnen. Um den Anzeigefehler gering zu halten, stellt man den Höhenmesser möglichst oft nach der Karte neu ein, spätestens jedoch nach 200 Höhenmetern, 2 Stunden oder 10 km Horizontalentfernung. Um dadurch unterwegs nicht aufgehalten zu werden, notiert man sich nach der Karte schon vor einer Wanderung die Höhe markanter Punkte.


Wolfgang Linke